27. Wie Nox und Rex einen überraschenden Ausweg finden

Kapitel 27. Nox und Rex. Die Flasche mit der geheimnisvoll leuchtenden Flüssigkeit.

Nox knurrt auf einmal. Seine Ohren scheinen auch unter Wasser prächtig zu funktionieren. Richtig, der Kerkermeister kommt zurück. Mittagessen. Er wirft ihnen ein paar tote Fische durchs Gitter. Nori greift sich einen und auch Rex schnappt zu. Nur Nox ist nicht so begeistert von rohem Fisch…

Frustriert bohrt er die Fäuste in seine Hosentaschen. Die eine Hand legt sich beruhigend um den grünen Stein, die andere… Ja, was ist denn das? Nox zieht die Hand mit dem Gegenstand heraus. Es ist das Fläschchen mit der fluoreszierenden Flüssigkeit, das er bei Krakstadt bekommen hat. „Wofür das wohl gut ist?“, überlegt Nox.
„Zeig mal her!“, sagt Nori und greift schon nach dem Fläschchen. Nox reicht es ihm und kuckt zu, wie Nori die Aufschrift studiert.
„Wow“, sagt Nori, „da habt ihr ja euren Ausweg.“
„Wie meinst du das?“, fragt Nox.
Rex vergisst fast zu kauen und kommt neugierig näher. Er winselt fragend. So gut gefällt es ihm hier im Unterwasser-Kerker auch nicht.
„Also, wenn ihr dieses Fläschchen öffnet, dann transportiert euch der Inhalt an einen sicheren Ort“, erklärt Nori vorsichtig und sieht Nox und Rex prüfend an. Nicht jeder versteht so komplizierte Erklärungen.
Nox und Rex sehen ihn mit offenen Mündern an. Bei Rex ist das wegen des halb zerkauten Fischs kein schöner Anblick.
„Kau weiter mein Freund“, sagt Nori deshalb auch freundlich zu ihm.
Rex schließt den Mund, knurrt kurz und kaut weiter. Nox nickt Nori auffordernd zu.
„Ich kann euch nicht sagen, wo ihr landen werdet. Das kommt darauf an, was ihr als sicheren Ort empfindet“, erklärt Nori weiter. „Wäre aber schön, wenn ihr mich mitnehmen könntet“.
Nox nickt nachdenklich und dreht sich zu Rex um. Die beiden sehen sich an.
„Einverstanden, alter Freund?“, fragt Nox.
Rex kläfft zustimmend.
Nox greift nach dem Fläschchen in Noris Hand, zögert kurz und öffnet den Deckel. Er denkt ganz fest an den Milan.
Die Flüssigkeit strömt aus.
Sie leuchtet und verbreitet sich im Wasser.
„Das ist viel mehr Flüssigkeit, als in so eine Flasche hineinpasst“, wundert sich Nox. Dann wird er von dem Leuchten im Wasser eingehüllt. Das Wasser fühlt sich auf einmal viel wärmer an und die Dunkelheit ist weg. Alles leuchtet. Und alles, was vorher finster und unheimlich aussah, sieht auf einmal ganz nett aus im Licht.

Auch Rex und Nori werden von der leuchtenden Flüssigkeit eingehüllt. Das Wasser bildet Wirbel, die auch die drei erfassen. Alles ist weich und sanft und schaukelt schön. Es ist ein ziemlich angenehmes Gefühl.
„So wie Heimkommen“, denkt Nox und ist selbst ein bisschen überrascht über den Vergleich.
Plötzlich wird er ganz müde. Er schließt die Augen und lässt sich herumwirbeln und mitziehen. Das Wasser rauscht sanft in seinen Ohren und er schläft ein. Im Traum ist er wieder zurück auf der Raumstation auf dem Planeten Cor, dem Herzen aller Galaxien. Dort wurde er ausgebildet zum Galaxisten, hat Rex kennengelernt, sein erstes Raumschiff bekommen…

Weiter geht’s im 28. Kapitel.

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